Der Ort selbst ist allerdings alles andere als ausgestorben. Schön ist es hier: Unterhalb der steinigen Klippen ragen Felsspitzen aus dem klaren, türkisblauen Wasser, kleine Boote sehen von hier oben aus wie Papierschiffchen. Am höchsten Punkt des Kaps steht ein Leuchtturm. Noch schöner wäre es allerdings, wenn das Panorama nicht dauerhaft von fotografierenden Asiaten verdeckt werden würde. Ganze Busladungen stürzen sich mit Selfie-Sticks und Sonnenschirmen bewaffnet auf die Aussichtplattform. Sie drängeln, sie posieren. Sie klettern über Begrenzungen und Absperrungen und stellen sich an den äußersten Rand der Klippen, alles für das perfekte Foto.
Denn das Cabo da Roca ist nicht nur irgendein Kap. Es ist der westlichste Punkt des europäischen Festlandes. Irgendwo hinter dem Horizont liegt Amerika.
"Aqui... onde a terra se acaba e o mar começa..."
Auf deutsch: Hier, wo die Erde endet und das Meer beginnt. Das hat Luís de Camões über das Kap gesagt, und der war schließlich der Nationaldichter der Portugiesen. Wenn so jemand über einen Ort schreibt, dann muss dieser Ort auch etwas besonderes sein.
Außer dem natürlichen Panorama gibt es allerdings nicht viel zu sehen an diesem Ort: Parkplätze, ein paar Gebäude für Touristen, in denen vor allem Souveniers und überteuertes Eis verkauft wird, und der Leuchtturm. Wer gerne wandert, kann in einen der nächsten Orte wandern (Und wer nicht gerne wandert, sollte es lassen - hier gibt es keine netten Plätze, bei denen man eine Pause einlegen und sich einen Kaffee kaufen könnte). Ich bevorzuge den Bus.
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