Auf dem ersten Blick sind sich meine beiden Kurzzeit-Farmprojekte sehr ähnlich: Beide Male arbeite ich auf privaten Farmen in abgelegenen Regionen, und auch die Arbeit ist relativ ähnlich. Aber das ist nur auf dem ersten Blick so. Tatsächlich könnten die Projekte kaum unterschiedlicher sein.
Back to the roots
Wieder sind meine Lebensbedingungen sehr einfach. Wieder einmal gibt es keine gut funktionierende Dusche, aber das bin ich ja mittlerweile gewöhnt. Das Haus wurde 1881 gebaut und ist natürlich nicht isoliert. Dafür gibt es eine riesige offene Feuerstelle im Wohnzimmer. Also heize ich so, wie es die Menschen seit Jahrhunderten tun: Jeden Tag bereite ich am frühen Abend ein Feuer vor, dass dann bis in die Nacht brennen muss, um die Temperatur zum Schlafen erträglich zu machen. Was idyllisch klingt, ist tatsächlich harte Arbeit: Eine offene Feuerstelle kann man nicht wie einen Kamin regulieren und somit langsamer brennen lassen. Dieses Feuer ist ein Vollzeitjob!
Und wenn ich nachts dann mein Feuer soweit in den Griff bekommen habe, dass ich zumindest kurz das Haus verlassen kann, dann werde ich mit einem wunderbaren Sternenhimmel belohnt, wie man ihn wahrscheinlich nur sehen kann, wenn man sechs Kilometer vom nächsten Dorf entfernt ist.
Generell gibt es wohl kaum eine bessere Möglichkeit, um mehr in Portugal und die Region Alentejo einzutauchen. Genau aus diesem Grund ist diese Farm eines meiner Lieblingsprojekte. Die Gastgeberin ist Portugiesin und gibt sich große Mühe, jeden Tag portugiesisch für mich zu kochen. Ihre Schwester ist Lehrerin und hilft mir, meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Die Mahlzeiten bestehen aus Zutaten aus dem eigenen Garten, das Brot kommt aus der Region und der Wein vom Weinberg des Nachbarns, den wir von der Farm aus sehen können. Und da modernes Entertainment mal wieder nicht zur Verfügung steht, verbringe ich meine Freizeit eben vor allem auf der Pferdeweide, wo ich Freundschaft mit den vier Stuten schließe. Zumindest bis zum frühen Abend - dann muss Holz für das Feuer geholt werden. Mehr Fotos von der Farm und dem wunderschönen nördlichen Alentejo gibt es hier!
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